Es geht auch leise:

Nachbau eines Fender "Princeton®" 5F2-A


"Du bist zu laut!" - Ein Satz, den Gitarristen oft und immer wieder gerne hören... - In diesem Sinne hier der Verstärker, den Bassisten empfehlen würden. Der Schaltplan ist schnell ergoogelt.


Viel einfacher geht es eigentlich nicht. Der Verstärker kommt mit zwei Röhren / drei Stufen aus. Vom Input geht es auf eine Hälfte einer 12AX7 Doppeltriode. Das verstärkte Signal gelangt auf das Volumenpoti und einen Tone-Regler. Dann folgt -gebildete durch die andere Triodenhälfte-  eine zweite Verstärkerstufe, die die Endstufenröhre treibt.


...mein Princeton - innen
"Princeton" - innen... <groß>


...mein "Princeton" -aussen
...und außen <groß>

Oben sieht man den Übertrager. Unter der Abdeckung in der Mitte sind die Siebkondensatoren angeordnet. Unten ist der Netztrafo zu sehen. An der rechten Seite sieht man die Netzdrossel. Das Chassis hängt später an drei Punkten im Gehäuse: Links und rechts von den Bedienelementen sowie eine Käfigmutter, die am Netztrafo zu sehen ist.


Layout
Layout <groß>

Die MS-Visio Zeichnung zeigt den Verdrahtungsplan. Auf der Rückseite sind der Netztrafo und der Übertrager befestigt. Die Elkos befinden sich unter einer Abdeckung ebenfalls dort.  Drossel und Röhren hängen nach unten. Die Bedienelemente sind oben angeordnet. In der "Layout"-Zeichnung sind die Leitungen zur besseren Lesbarkeit etwas "aufgefächert" dargestellt. Das Chassis ist aus einem Alu U-Profil hergestellt, dass ich noch hatte. Innenmaße sind etwa 4.5x9.5x30 cm. Netztrafo, Übertrager und Drossel sind von www.die-wuestens.de ("TRA200" / "ATRA0211" / "D10-100"). Wer die angegeben Typen verwenden will sollte beachten, dass die Trafos z.T. offene Lötanschlüsse haben und entsprechend berührsicher eingebaut werden müssen.

Links neben dem Trafo sind die Sicherungen zu sehen, mit denen alle Sekundäranschlüsse des Trafos geschützt sind. Die Klemmen sind auf einer Lage Pertinax montiert. Nach der Inbetriebnahme musste ich in die Heizleitung noch einen Widerstand von 1Ohm/2Watt einfügen, weil die Heizspannung bei 7Volt lag. Der Trafo kann 4A liefern - die Röhren ziehen jedoch zusammen nur 750mA. Bei voller Last würde die Spannung der Heizwicklung vermutlich auf die geforderten 6.3V~ zusammen brechen.

Für die Betriebsspannung habe ich die 230V~ Wicklung und die 20V~ Wicklung zusammen geschaltet. Auch hier liegt die resultierende Spannung bei 265V~ statt der erwarteten 250V~.

Cap Box
...unter der "Cap Box"


Die Abdeckung der Netzteilkondensatoren war ursprünglich eine Trafohaube. Unten ist zur Isolation eine Lage Pertinax angeordnet. Darauf ist noch ein Pertinaxboard mit den Kondensatoren befestigt. Als Lötstützpunkte habe ich "Turrets" benutzt.


Netzteil
Netzteil

Das Netzteil ist gegenüber dem Fenderplan etwas abgewandelt. Den Princetons/Champs wird nachgesagt, dass sie oft etwas zum Brummen neigen. Bei den späteren Modellen wurde nämlich die Drossel im Netzteil eingespart und durch einen Widerstand ersetzt. Dadurch verliert die Siebung an Effektivität (...wird jedoch billiger). Evtl. noch vorhandenes Restbrummen kann sich bei einem "Single Ended" Verstärker -anders, als bei einer Gegentaktendstufe- voll entfalten. Ich wollte es besser machen und habe eine Drossel spendiert...

Später hat sich herausgestellt, dass auf diese Weise die Schirmgitterspannung etwas zu hoch ausfällt! Ich hätte erwartet, dass durch Einfügen eines 470 Ohm Schirmgitterwiderstandes die Spannung an G2 kleiner als die Anodenspannung werden würde. Die Schirmgitterspannung sollte nicht höher ausfallen, als die Anodenspannung, weil sonst das Schirmgitter zu "attraktiv" für die Elektronen wird und der Schirmgitterstrom ansteigt. Letztlich musste ich den Schirmgitterwiderstand aber auf 1 K Ohm erhöhen (...siehe Tabelle weiter unten). Ich würde empfehlen, die Siebkette im Netzteil um eine R/C Kombination zu erweitern (2-5 K Ohm) und den 22k Widerstand entspechend zu verkleinern. Der Schirmgitterwiderstand kann dann entfallen.

Anders als beim Original ist ein Standbyschalter eingeplant, weil Halbleiterdioden für die Gleichrichtung benutzt werden. Beim Einsatz einer Gleichrichterröhre ist ja ein "Softstart" der Anodenspannung quasi mit eingebaut. Hier hingegen steht die Betriebsspannung sofort nach dem Einschalten zur Verfügung und würde die dann noch nicht aufgeheizten Röhren schädigen.

Der Standbyschalter ist hinter dem ersten Kondensator und der Drossel angeordnet. Der 22uF Kondensator muss so nicht bei jeder Betätigung des Schalters eine Spannungsspitze verkraften und wird entlastet. Die Drossel begrenzt den Ladestrom des nachfolgenden Kondensators, sodass auch dieser etwas geschont wird.

Input

Input

Den Input ist aus Platzgründen ebenfalls etwas abgewandelt. Es wurde nur eine Buchse verwendet und diese so beschaltet, wie die "laute" Buchse der standard Fenderschaltung. Die im Bild eingezeichneten Schalter öffnen sich beim Einstecken des Klinkensteckers (Kontakte auf der "Pfeil"-Seite).

Der 33K Widerstand ist ein sog. "Grid Stopper", der hochfrequente Anteile im Eingangssignal unterdrückt. Zur Verdeutlichung der Wirkungsweise hier das Ersatzschaltbild des Inputs:

Ersatzschaltbild des Inputs

Ersatzschaltbild des Einganges

"R1" ist der Gitterableitwiderstand (1M Ohm). "R2" ist der "Grid Stopper" (33k Ohm). "C" stellt die durch die Röhre gebildete Kapazität dar. R2 und C bilden für das Eingangssignal einen frequenzabhängigen Spannungsteiler ("Tiefpass"). Für hohe Frequenzen ist der Widerstand von C klein gegenüber dem Wert von R2, sodass ein großer Teil der Störspannung über R2 abfällt. Für das NF Nutzsignal hingegen ist der Widerstand von C sehr viel größer als R2, sodass es praktisch nicht beeinflusst wird. Beim "Fender"-Beispiel wird der Grid Stopper bei Benutzung der "lauten" Eingangsbuchse aus den dann parallel geschalteten beiden 68k Widerständen gebildet und beträgt somit 34k Ohm. 33k sollten als Wert also passen. Eine Anleitung zur Berechnung findet man z.B. hier...

Hier -nach der Inbetriebnahme- noch ein paar gemessene Spannungswerte in Ruhe und bei Vollaussteuerung.


Spannung

Ruhe

Vollausst.

Bemerkung

U~
265V
265V

U C1
344V
338V
...vor Drossel
U C2
328V
323V
...hinter Drossel
U C3
284V
280V
...hinter 22K Widerst.
Ua
313V
306V

Usg
325V
317V (307V)
307V bei Rsg = 1K Ohm
Uk
19V
21V

Ua/Preamp
191V
186V


Die gemessene Leistung beträgt etwa 4.5 Watt (...opt. Einsatz des Klippings auf dem Oszilloskop).



Etwas später...

Hier sieht man schon mal das Gehäuse im Rohbau. Das Verzahnen habe ich mir diesmal gespart und statt dessen Holzdübel verwendet.


Rohbau oben
Rohbau: Von oben <groß>

Rohbau vorne
Rohbau: Von vorne <groß>

Rohbau hinten
Rohbau: Von der Rückseite <groß>

Links und rechts von Chassis sowie auf der hinteren Abdeckung habe ich zur Abschirmung später noch Kupferfolie angebracht (...muss el. leitend mit dem Chassis verbunden sein!).



Das Gehäuse ist bezogen

Fertig - von vorne
Der fertige Verstärker von vorne <groß> - ...

Das Logo stammt von einem alten Röhrenradio. Ich habe einmal eine ganze Tüte voller solcher Schildchen auf dem Flohmarkt erstanden. Der Lautsprecher ist ein No-Name Breitbandsystem von Conrad, bei dem ich die Hochtontrompete mit einem scharfen Messer ausgebaut habe.


Fertig
                    - von hinten
...und von der Rückseite gesehen <groß>

Hier ein paar Soundbeispiele, aufgenommen mit einem Tascam DR-05 in etwa 1.5m Entfernung:



...später mehr!

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